Führerschein mit
Behinderung
Hier erfahren Sie alles Wichtige über die Voraussetzungen und Grundlagen, den Weg zum Führerschein mit Behinderung, Tipps und Erfahrungen, sowie häufige Fragen.
Voraussetzungen und
gesetzliche Grundlagen
Besondere Voraussetzungen
Zusätzlich zu allgemeinen Voraussetzungen wie Mindestalter, Hauptwohnsitz in Deutschland und keinem bestehendem Fahrverbot oder Entzug der Fahrerlaubnis, müssen Menschen mit Behinderungen ihre Fahrtüchtigkeit nachweisen. Dies erfolgt in der Regel durch:
- Medizinisches Gutachten: Bestätigung der physischen und psychischen Eignung
- Ggf. ein Gutachten eines Verkehrspsychologen
- Technisches Gutachten: Überprüfung der notwendigen Fahrzeuganpassungen
Der Weg zum Führerschein mit
Behinderung
Ärztliche Untersuchungen
Bevor Sie mit der Fahrausbildung beginnen, ist eine ärztliche Untersuchung notwendig. Diese soll sicherstellen, dass Sie trotz Ihrer Behinderung sicher am Straßenverkehr teilnehmen können. Folgende Aspekte werden hierbei geprüft:
- Sehvermögen
- Beweglichkeit
- Reaktionsfähigkeit
Behindertengerechte Fahrschulen
Für den Erwerb des Führerscheins mit Behinderung ist eine spezialisierte Handicap-Fahrschule notwendig.
Eigenschaften einer behindertengerechten Fahrschule sind unter anderem:
- Auswahl an passender technischer Ausstattung
- Behindertengerecht umgebaute Fahrschulfahrzeuge
- Fachliches Know-How
- Professioneller Umgang mit verschiedensten Krankheitsbildern
Alle Klassen vom PKW bis zum LKW möglich
Grundsätzlich können Menschen mit Behinderung alle Führerscheinklassen vom PKW bis zum LKW erwerben. Hierfür sind spezialisierte Handicap-Fahrschulen mit geschultem Personal und geeigneter technischer Fahrausstattung notwendig.
Praktische Ausbildung und Prüfung
Die praktische Fahrausbildung erfolgt in einem speziell angepassten Fahrzeug, das auf die individuellen Bedürfnisse des Fahrers abgestimmt ist. Auch die Prüfung wird in diesem Fahrzeug abgelegt.
Wichtige Aspekte hierbei sind:
- Spezielle Pedal- und Lenksysteme
- Automatikgetriebe
- Weitere individuelle Anpassungen (z.B. Handbedienung von Gas und Bremse)
Führerschein mit Behinderung für fast alle Krankheitsbilder
Prinzipiell können viele Menschen mit Behinderung den Führerschein erwerben und danach Autofahren. Hierbei werden die verschiedensten Krankheitsbilder berücksichtigt.
Von Muskelerkrankungen, über neurologische Erkrankungen wie Schlaganfällen und Querschnitten, zu Amputationen oder Kleinwuchs (Mikrosomie) ist vieles möglich.
Mit entsprechenden Fahrhilfen können Defizite eines solchen Krankheitsbilds kompensiert werden.
So kann zum Beispiel ein Handgerät für Gas und Bremse bei nicht ausreichender Beinfunktion eingesetzt werden.
Bei schwereren Einschränkungen wie beispielsweise muskulären Erkrankungen können elektronisch-digitale Lenk und Bremssysteme helfen , unter anderem auch Sprachsteuerung.
Tipps und Erfahrungen
Erfahrungen von Betroffenen
Es ist oft hilfreich, sich mit anderen Menschen auszutauschen, die bereits Erfahrungen mit dem Führerschein und dem Fahren mit Behinderung gemacht haben. In Online-Foren und Selbsthilfegruppen finden sich viele wertvolle Tipps und Erfahrungsberichte.
Technische Hilfsmittel
Neben den Fahrzeuganpassungen gibt es eine Reihe weiterer technischer Hilfsmittel, die das Fahren erleichtern können:
- Sprachsteuerung
- Rückfahrkameras
- Einparkhilfen
- Totwinkelassistenten
- uvm.